Photography




"Alles ist schon mal fotografiert worden.
Aber noch nicht von jedem"


(Karl Valentin)



Allgemeines

Für mich ist das Interesse zu Reisen - fremde Kulturen und Landschaften kennen zu lernen und die Fotografie eine ideale Kombination - sie führen zwangsläufig zu einander. Trotzdem ist es auf den Reisen meist nicht möglich, sich wirklich auf das Fotografieren zu konzentrieren, weil man mit anderen Leuten unterwegs ist, die nicht dasselbe Hobby haben. Es ist also in den meisten Fällen das schnelle Reagieren und Einfangen des Augenblicks - selten lässt es sich wirklich planen an einem Ort zu sein, wenn das Licht am besten ist und wenn, dann bedarf es meist geschickt verpackter Überredungskunst... und trotzdem haben die Mitreisenden ja oft eine Menge davon, denn sie sind ebenfalls zur besten Genießenszeit an einem schönen Ort. Die Natur wird dann viel intensiver erlebt.

Jetzt sollte man glauben, das Problem löst sich, wenn man mal längere Zeit an einem fremden Ort, wie ich hier in Shanghai lebt. In gewissen Massen schon, aber die Freizeit ist auch hier begrenzt und in China ergibt sich das spezielle Problem, oft nicht alleine ohne begleitenden Übersetzer die schönen Orte aufsuchen zu können. Trotzdem erhällt man einen viel tieferen Einblick in das Land, als wenn man nicht nur als Tourist auf der Durchreise ist.



Was und wie...

Fotografiert wird was vor die Linse laeuft... stimmt nicht ganz, weil ich nateurlich gezielt auf die Suche gehe, aber ich gehoere nicht zu den Fotografen, die sich stundenlang auf Lauer legen um das perfekte Motiv zu erhalten. Anderseits ist die Hoffnung auf ein schoenes Motiv oft die Motivation um irgendeinen Berg zu erklimmen oder frueh morgens trotz Regen und Kaelte auf die Jagt zu gehen. Auch scheint mir oft der gluecklichste Moment zu sein, wenn der Ausloeser gedrueckt wird ... das gelungene Dia spaeter auf dem Leuchtpult anzusehen ist hier manchmal zweitrangig. Das liegt nateurlich auch daran, dass man als Amatuer in der Vergangenheitwenig Moeglichkeiten hatte anderen seine Kunstwerke zu zeigen, aber das hat sich nateurlich durch das Internet und die digitale Fotografie geaendert.

Meine Motivauswahl:

Landschaft:
Ergibt sich beim Reisen zwangslaeufig, aber es setzt voraus, dass man zur rechten Zeit am rechten Ort ist. Was mich fotografisch besonders daran reizt, ist dass man die Lichtverhaeltnisse und Gegebenheiten nicht manipulieren kann. Man muss nach der richtigen Perspektive suchen und das bestes aus der gegebenen Beleuchtung machen oder auf besseres Licht warten. Fuer letzteres fehlt mir meist die Zeit.

Menschen:
Am meisten Spass macht es mir durch die Strassen zu laufen und Menschen spontan zu fotografieren. Gestellte Szenen und Portraits liegen mir nicht, was auch mit meiner Vorliebe zusammenhaengt Menschen zu beobachten. Ich bewundere Fotografen, die waehrend Ihrer Arbeit durch direkte Gespraeche mit Ihren Motiven die richtigen Atmosphaere schaffen. Fuer mich ist hier wiedermal die Herausfoerderung mit den vorhandenen Gegebenheiten auszukommen. Deshalb verzichte ich fast immer auf einen Blitz sondern lade oft die zweite Kamera mit einem empfindlichen Film (Kodak Portra 800) um mehr oder weniger unbemerkt agieren zu koennen.

Gegenstaende
Ich denke, es koennte mir prinzipiell Spass machen zuhause Stilleben zu gestalten, aber ich sehe das Hobby Fotografie ja auch als eine Moeglichkeit der normalen Schreibtisch zu entfliehen und mich im Freien aufzuhalten. Wenn ich also Gegenstaende fotografiere dann auf der Strasse.

Meiner Ansicht nach ist die Ausruestung fuer gute Fotos oft nicht so entscheidend (siehe unten) Wichtiger ist es das Motiv zu erkennen! Die Auswahl des (analogen) Filmmaterials und der Weiterverarbeitung hingegen hat einen entscheidenderen Einfluss auf das Ergebnis. Dies gilt nateurlich auch fuer die Digitale Fotografie, wobei hier dann doch die Auswahl der Kamera wichtig sein kann, auch wenn die Anzahl der Pixel nicht immer auschlaggebend ist.

Ernsthaft fotografiere ich derzeit noch ausschließlich analog mit Farb-Dia- und SW-Negativ-Filmen. Die kleine digitale Taschenkamera (Casio QVR4) dient hauptsaechlich fuer Schnappschuesse und ist immer dann dabei, wenn mit die analoge Ausruestung einfach zu schwer ist.
Wann ich auf Digital umsteigen werde ist noch nicht klar. Derzeit sind die in Frage kommenden Kameras (Spiegelreflex, 35mm Vollformat) einfach noch zu teuer und ich behaupte auch dass die Aufloesungen (Rauschen) immer noch nicht an analoge Filme herankommen.


Für die Dias hat sich im Laufe der Jahre der Kodak Elite-Chrome 100 herauskristallisiert. Bei SW fällt die Wahl eigentlich immer auch den Ilford Delta 100 oder einen lichtstarken Kodak 3200er Film.

Die aufwendigste Arbeit war bisher eine Fotoausstellung über New York zusammenzustellen. Ich dachte nicht, dass es so zeitintensiv sein würde, 12 SW-Fotos selbst auf 40*50 zu vergrößern und anschließen auch zu rahmen. Als Resume ist zu sagen, dass Kleinbild für diese Größe schon an seine Grenzen stößt und man nur perfekte Vorlagen benutzen sollte ( hatte ich teilweise nicht ).



Meine Ausruestung

Habe neulich mal den schlauen Satz gehoert:

Was ist der Unterscheid zwischen einem Kunstmaler und einem Fotografen ?
Anwort: Der Maler spricht nicht ueber seine Pinsel.

Zum Thema Ausrüstung möchte ich nur sagen, das die Frage, welche Marke man bevorzug meiner Meinung nach völlig zweitranging ist. Die Kamera kann noch so teuer sein, wenn man keine Motive SIEHT helfen auch die hundert features des System nichts ! Auf der anderen Seite darf einen die Ausrüstuung natürlich auch nicht zu arg in der Umsetzung von Ideen beschränken und manche Aufnahmen sind nur z.B. mit einem lichtstarken Objektiv und einem schnellen Autofocus möglich - das ist aber eher die Ausnahme.

Meine erste Kamera war eine Pentax ME 10, mit Normalobjektiv, die ich gebrauch 1978 von meinem Vater geschenkt bekam. Man soll nicht glauben, wei klein und leicht man Spiegelreflexkameras bauen kann! Später habe ich mir dann Tokina 500mm/f8 Spiegeltele kauft ( warum weiß ich auch nicht mehr ... ). Ein kleines Tele und ein Weitwinkel konnte ich mir von meinem Vater ausleihen. Die Fotos aus dieser Zeit würde ich heute eher als Dokumentarisch bezeichnen, wenn auch das ein oder andere Abendrot recht plakativ war. Nachdem ich aus dem Lager der Enten-im-Baggersee-Fotografen ausbrechen wollte und die Pentax langsam aber sicher den Geist aufgab wechselte ich 1987 relativ spontan durch den Erwerb einer F 501 mit 50mm/1.8 Normalobjektiv ins Nikon-Lager. Ich denke der Kaufentscheid wurde einfach über den Namen gefällt. Trotzdem trauere ich immer wieder der handlichen kleinen Pentax nach, die auch mal schnell in eine Jackentasche gesteckt werden konnte. Während des Studiums kam dann ein Tokina 28-70mm/f2.8-4.5 und 70-210mm/f4-5.6 dazu, die damals wirklich ein Schnäppchen für zusammen 500 DM darstellten. Damit ging ich dann 3 Monate in Neuseeland auf Fotojagt.
Während eines New York Besuchs im Frühjahr 1995 konnte ich mir dann eine Nikon N90S (F90X ) mit eine Nikon 85mm/f1.8 leisten.Zwischendurch habe ich die Objektivpalette durch ein Sigma 18-35mm/ f3.5-3.5 und ein Sigma 70-200mm/f2.8 incl. 2xTelekonverter vervollständigen können. Mit letzterem ist natürlich ein kleiner Traum in Erfüllung gegangen und umso härte hat es mich und das Objektiv getroffen, als es nach 2 Wochen in Nepal mit vollem Schwung aus 1,5m auf einen Steinboden gefallen ist. Es spricht für die gute Qualität der Sigma-EX-Reihe, daß nur die Leichtgängigkeit des Zoomringes in Mitleidenschaft gezogen wurde ! Hier kann ich nur die Firma Dostal in München empfehlen, die gute Arbeit geleistet hat, die Tüte wieder fit zu kriegen. Neben viel Kleinkram habe ich noch einen Metz 40MZ2 Blitz und ein Cullman-2903-Stativ.

Mit dem Umzug nach China hat es dann ausruestungsmaessig nochmal einen Schub gegeben. Das liegt zum einen daran, dass ich mich dank der vielen Motive wieder mehr mit der Fotografie beschaeftige. Zum anderen sind Kameras und Objektive in Hongkong um einiges gunestiger als in Deutschland (keine Steuer)
So habe ich mir inzwischen eine Nikon F5, ein Nikkor 2.8/20mm und Nikkor 24-120 VR geleistet. Das Monfrotto Stativ aus Shanghai war auch sehr guenstig. Im Fruehjahr 2004 habe ich dann schweres Herzens meine alte Nikon 501 samt der zwei Tokina Objektive verkauft, um wieder etwas Platz in der Fototasche zu schaffen.

In Muenchen liegt noch mein SW-Fotolabor, das aus einem Kaiser VPM6005 Vergrößerer mit Schneider Componon-S Objektiv besteht . Das ganz wird nach Bedarf neben der Badewanne aufgebaut und eigentlich verbringe ich dann die meiste Zeit damit, gegen die räumlich Enge und all die Fussel anzukämpfen, wie schön wäre doch ein eigener Laborraum mit Wasseranschluß ... aber so lernt man auch, daß weiße Waschmaschinen hervoragend Streulich erzeugen und Chemikalien immer dorthin spritzen wo sie den meisten Schaden anrichten.



 

Heutige Ausruestungsliste:

 

Equipment

 

  • Nikon F5 (Aug 2002)
  • Nikon F90s (Mai 1996)
  • Sigma EX 2.8/80-200
  • Sigma Konverter EX x2
  • Sigma 18-35/ f3.5-4.5
  • Nikkor 1.8/85mm
  • Nikkor 2.8/20mm
  • Nikkor 24-120 VR
  • Nikkor 1.8/50
  • Tripot Monfrotto 055Pro (Cullmann 2903)
  • Blitz Metz MZ40/II
  • Nikon Coolscan IV
  • SW-Photolabor Multigrade (Kaiser VPM6005 )
  • Diaprojector Leica P300
  • Leuchtpult

 

Speziell China

Ich wuerde ehrlichgesagt Fotoausruestung immer nur in Hongkong kaufen, weil die Preise im allgemeinen besser sind, ich weltweite Garantie habe und mir eher sicher sein kann, dass es Originalware ist.

Ein Spezieller Laden, den ich empfehlen kann ist:
Wing Shing Photo Supplies
57, Sai Yeung Choi St.
Mong Kok, Hong Kong
TEL: (852) 2396-6886/6961
FAX: (852) 2856-3977

Bestes Fotokaufhaus in Shanghai (mehrere gut bis sehr gut sortierte Fachgeschaefte unter einem Dach):
Changyang Road #449-469
上海市杨浦区长阳路449号-469号



Vor dem Betrachten der Bilder empfehle ich den Monitor zu kalibirieren.