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12.Juli 2002 Schau ich doch heute aus meinem Bürofenster und sehe dort 8 Saubermänner an Seilen hängen, wie sie die Fenster und Aussenfassade per Wasserschlauch reinigen - dies ist der eindeutige Vorteil dieser hässlichen, gekachelten Badezimmer-Architektur, die man überall in China findet - das wird so auch an mehr als 30 stöckigen Hochhäusern praktiziert !;-)

11.Juli

Ich denke es ist mal an der Zeit etwas zum Thema Karaoke und die Vorliebe der Chinesen für Schnulziges und Kitschiges zu schreiben: Dass man in Asien gerne singt, hat sich ja schon bis nach Deutschland rumgesprochen, doch ist das Ereignis des Karaokesingens für mich persönlich einer der grössen Kulturschocks, weil sich hier sehr viele Eigenarten der Chinesen konzentriert äussern (neben den Essgewohnheiten natürlich...). Kurze Definition aus dem Lexikon:
"Karaoke [das; jap.japanisch, "leeres Orchester"] aus Japan stammende und dort meist in speziellen Karaoke-Bars betriebene musikalische Freizeitveranstaltung, bei der jedermann bekannte Hits zu deren vom Band abgespielter Playbackversion singen kann, während die Texte auf einem Bildschirm angezeigt werden."
Zum Singen geht man mit Freunden, Familie und Geschäftspartner, wobei mit Letzteren meist zu der eher anrüchigeren Art, die ich hier erstmal aussen vor lassen will. Interessanterweise konzentriert sich diese Veranstaltung nicht nur auf den Abend, sondern man wird gerne mal im Restaurant vor dem Mittagessen gefragt, ob man nicht noch schnell etwas singen möchte - wie? Jetzt, um diese Zeit ? Aha darum der Fernseher hier ...nein, danke... Abends besucht man dann diese riesen KTV-Schuppen,irgendwo vergleichbar mit westlichen Diskos, aber eben mit sehr vielen kleinen Räumen, wo sich dann etwa 2 bis 10 Leute vor einem Fernseher versammeln. Service wird hier grossgeschrieben und ich denke viele der Chinesen gehen hier eher zum Essen, Trinken und relaxen hin, so wie man sich bei uns mit Freuden in einer Kneipe trifft.
Was aber dann passieren kann, muss man einfach erlebt haben ... mancher brave, unscheinbare Lohbuchhalter entwickelt sich, abgeschirmt in diesen Schallkisten zu einem ungeahnt temperamentvollen Schlagersänger, der anscheinend all seine Freizeit nutzt, seine Stimme zu üben und Songtexte zu lernen! Als Europäer sitzt man nur staunend da, und fängt an zu hoffen (da im singen eher ungeübt) dass dieser Kelch, sprich Mikrophon an einem vorüber gehen möge! Man frägt sich sofort - ups, bin ich hier zu verklemmt ( ja, wahrscheinlich) oder warum diese Abneigung ? Wie ? Geht Ihr in Deutschland nicht zum Karaokesingen - komisches Land ! Kennt Ihr dass wirklich nicht ? Nein ! Kopfschütteln. Ja, probier doch zumindest mal "I am Sailing" ....
Meine persönliche Meinung nach ist dieser Drang zur Selbstdarstellung (sorry, nicht Verklemmtheit) im Kommunismus und der Bevormundung der Menschen zu suchen, der sich hier entladen kann. Tagsüber brav im Büro ...
Ein auch sehr interessanterer Aspekt ist der Inhalt der bevorzugten Lieder: Oft unglaublich schmalzig, traurig, untermalt mit kitschigen, weichgezeichneten, amateurhaften Videoclips. Selbst wenn man nicht chinesisch spricht hört man doch den ganzen Wehmut, die Erzählung von der entäuschten Liebe, die Hoffnung auf die bessere Welt heraus. Kulissen sind im übrigen neben verträumten Kirschblüten Szenarien oft europäische Landschaften (die Alpen werden gerne genommen) Auch sehe ich vor meine geistigen Auge viele dieser kommunistischen Propaganda Plakate und Filme ablaufen, die über Jahrzehnte das Volk erzogen und natürlich geprägt haben.
Mir kommt es vor, als wenn ich bei uns in der Schlagerparade vor 30 Jahren sitzen würde ! Hilfe nur raus hier ! Anderseits habe ich hie ja schonmal erwähnt, dass mich vieles an das Nachkriegsdeutschland erinnert und wenn es den Chinesen gefällt, sollen sie Ihren Spass habe - aber ich singe nicht !! (Ist nicht ganz war, aber jedesmal nachdem ich dazu genötigt wurde war den Chinesen auch sehr schnell klar, dass es auch für sie kein besonderer Genuss ist mich zu hören...;-)
[Werde meine Eindrücke hierzu ständig unter Expat/Info erweitern]


10.Juli Rein klimatisch scheint mir ja wirklich, ich habe Deutschland zum falschen Zeitpunkt den Rücken zugekehrt - Ihr erlebt ja gerade einen super Sommer ! Ja,ja, da spricht ein gewisser Neid, aber heute scheint hier in Shanghai auch etwas die Sonne meine Stimmung bessert sich zusehens. Nachdem heute ein Kollege seinen Abschied gibt, wollten wir ihm, ganz nach Chinesischer Art, ein rotes Kuvert mit etwas Geld überreichen (das einzige was hier zählt, hüstel, aber so ist es wirklich). Also bin ich los in ein Kaufhaus um eben diese roten Kuverts zu kaufen - doch die erste Freude über die grosse Auswahl hat sich dann schnell gelegt, weil alle Kuvert hübsch mit goldenen, Chinesischen Zeichen bedruckt war - welches ist nun das Richtige ?! Um nicht Gefahr zu laufen, Ihm aus Versehen eine Kondolenz-Karte zu schicke , habe ich einfach mal 5 verschieden gekauft und anschliessend in der Firma übersetzen lassen - war auch eine Passende dabei :-)

9.Juli Dass mein Dia-Scanner nicht mehr will nervt mich ziemlich. Keine Ahnung wo ich den jetzt repariert bekomme - da hilft mir die noch laufende Garantie auch nix. Hab Ihn schonmal aufgeschraubt, aber nix entdeckt. Naja, also demnächst fürs Internet wieder Fotos aus der Digi-Knipse der Firma... Ansonsten nix neues, Wetter immer noch mies, mein Stimmung auch etwas - was solls.

6.Juli

Da sitze ich nun im Flughafen von Guangzhou ganz "alleine" ( im Sinne von einzige Langnase unter hunderten Chinesen) und bin überascht, wie gut ich mich inzwischen ohne Chinesischkenntnisse frei bewegen kann - nun gut, wenn jetzt eine Durchsage kommen würde, das sich das Abflug-Gate ändert, würde ich wahrscheinlich unwissend die nächsten Tage weiterhin hier sitzen und auf meinen Flug warten ... Die Kunst besteht wirklich darin sich die Abläufe an den einzelnen Flughäfen einzuprägen - dann kann fast nix schiefgehen. War gerade wieder zwei Nächte in Zhangjiang und es bestätigt sich immer wieder, dass es ein 6 Millionen-Dorf ist. Anderseits finde ich es immer wieder sehr interessant hier zu sein, weil es wiederum nicht mit dem Shanghai-China zu tun hat. Erinnert mich viel mehr an Vietnam, an dessen nahen Grenze es ja auch liegt und ich denke bei einem meiner nächsten Besuche werde ich mal ein Wochenende auf Hainan oder Richtung Vietnam dranhängen.
... einige Stunden später - immer noch am Flughafen, ja,ja, sehr witzig, jetzt ist wieder genau so einer dieser Fälle eingetreten: Flug ausgefallen und ich darf auf den nächsten warten. Da bewährt sich doch wieder der alte weisheit, in China immer ein dickes Buch auf die Reise zu nehmen! Auf diese Weise habe ich jetzt gerade in zwei Tagen den "kleinen Hobbit" ausgelesen. Jetzt hoffe ich nur, dass ich das mit dem Ersatz flug auf Chinaenglisch auch verstanden habe ...


3.Juli Heute Morgen waren die Fensterscheiben meines Apartments beschlagen - von Aussen !! Genauso stehe ich mit meiner Brille jetzt öfters "im Nebel" wenn ich ins Freie trete ... verkehrte Welt, sowas kennt man in Deutschland nur im Winter und da genau andersherum, aber bei der hohen Luftfeuchtigkeit und der Abkühlung durch die Klimaanlagen kein Wunder. Anderseit leider immer noch kein Anzeichen von blauem Himmel in Shanghai... nur Smog.

2.Juli Wenn man hier in China so wie ich teils mehrmals pro Woche in ein Flugzeug steigt, macht man sich auch als unerschrockener Zeitgenosse so sein Gedanken über die Zuverlässigkeit dieser Maschinen und die Sorgfalt aller Beteiligten. Da verunsichern einen solche Bilder wie man sie u.a. heute vom Bodensee zu sehen bekommt nur noch mehr. Anderseits denke ich persönlich, dass es in China eindeutig sicherer ist zu fliegen, als sich auf die Rückbank eines verrosteten VW Santana Taxis zu setzen und mit einen dieser wahnsinnigen Taxifahrer ohne Bremsen durch Shanghai zu sausen.

29.Juni Nichts wirkich Neues, ausser dass ich durch das schlechte Wetter hier endlich mal neue Bilder unter PHOTOS/REPOTS reinstellen konnte (während in Deutschland alle im Biergarten sitzen und schwitzen ...naja, man kann nicht alles haben)


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