Seite 14 von 50
zu den älteren Einträgen


24.Aug. 2002

War heute mit dem Taxi eine Stunde ausserhalb von Shanghai am Dianshan Lake. Dort sind einige Yacht Clubs bei denen man sich Boote ausleihen kann. Der See ist, obwohl relativ gross, eine ziemlich stinkende Brühe ... siehe meinen Kommentar zum Thema Umwelt von gestern. Selbst die Chinesen geben zu, dass es in sehr weitem Umkreis von Shanghai keinen See und keinen Strand am Meer gibt, an dem man schwimmen könnte - eben auch ein Grund warum die meisten Chinesen nicht schwimmen können. Anderseits werd' ich sicher demnächst mal ein Wochenende hier draussen verbringen, schon alleine um dem Smog in Shanghai zu entgehen - hier scheint wiklich die Sonne ! Im übrigen liegt auf dem Weg dorthin auch ein Park in dem ein kompletter (Amerikanische ?) Flugzeugträger liegt - auf dem Land - schon aus dem Grund werde ich hier nochmal herfahren.


23.Aug.

Ohne die Flutkatastrophe in Deutschland verharmlosen zu wollen - eine kleine Info aus China: Derzeit sind in Südchina, alleine am Dongting See 600.000 Menschen wegen Hochwassergefahr evakuiert worden - 27.000Häuser wurden schon zerstört - insgesamt sind in der Region mehr als 10Mio.Menschen betroht. Der See ist ein Auffagbecken für den Yangtse - auf dem sich gerade eine Flutwelle nach Süden bewegt ... und Shanghai liegt bekanntlich am Yangtse...
Mir wird hier in China immer mehr klar, wie entscheidend die Perspektive ist, aus der man Dinge sieht und erlebt. Ist ganz klar, dass einen das am meisten interessiert, was in seiner direkten Umgebung passiert, aber man sollte das nicht überbewerten und vorschnell auf globale Klimaveränderungen usw. schliessen - Flutkatastrophen gibt es oft, nur interessien wir und die Medien uns normalerweise nicht besonders dafür. Anderseits sind die Umweltzerstörungen und der Rücksichtlose Umgang mit der Natur gerade in China extrem !
Der Chinesische Staat steuert seine Medien gezielt und es stört mich als Europäer sehr, immer nur zensierte Berichte zu lesen (soweit ich überhaupt lesen kann, weil nicht übersetzt). Anderseits kontrolliert der Staat dadurch auch, dass Ereignisse nicht überbewertet werden ( um Unruhen und Panik zu vermeiden) - andere werden gezielt vertuscht ( in China gibts kein Aids, Drogen ...) Da in der westlichen Welt durch die Pressefreigheit diese Zensur zumindest offiziell nicht existiert, gibt es auch keine Kontrolle der Bilder und Berichte, die unsere Emotionen steuern - wie gesagt, von "Aussen" betrachtet habe ich inzwischen das Gefühlt, auch massiv durch die westlichen Medien gesteuert zu werden, aber eben ohne zentrale Kontrolle. Anderseits ermöglicht unsere Pressesystem und insbesondere die unglaublich schnelle Ausbreitung der Information durch Fernsehen und Internet, dass wir jederzeit über de Tellerand hinaussehen können ... bzw. könnten, aber lieber lesen wir nur die grossen Schlagzeilen.


21.Aug.

Ich war die letzten zwei Tage beruflich in Hongkong und hab' die Abende genutzt, um einkaufen zu gehen ... ist verglichen mit Shanghai natürlich das reine Paradies - nicht bzgl. Preise sondern wegen der Auswahl! Zusätzlich war noch Summer-Sale, was mir aber nicht so viel gebracht hat, weil ich u.a. keine Schuhe in meiner Grösse finden konnte. Hab' mir neu neue Kamera geleistet - Nikon F5 - grins, 25% billiger als in Deutschland ! War mir wirklich nicht sicher, ob ich nicht doch auf Digital umsteigen soll, aber die Qualität überzeugt mich noch nicht so ganz und dafür, dass Kameras wie die D100 innerhalb kürzester Zeit ja doch wieder veraltet sind, kosten sie einfach noch zu viel. So beigeistert ich von sonstigen elektronischen Schnickschnack bin, so skeptisch sehe ich derzeit noch die empfindlichen, digitalen Geräte.Da lob' ich mir doch die mechanischen Systeme, die einen rauheren Umgang erlauben und wie meine F90 auch nach 6Jahren nur einen geringen Wertverlust hat ( weil sie ja unverändert zuverlässig funktioniert )
Im übrigen hatte ich mal wieder mit dem Wetter Pech, nachdem hier gerade ein Taifun durchgezogen ist ... naja zum Shoppen ist's ok.


16.Aug.

Zum Wochenende neuer Negativrekord für den Heimweg von der Firma nach hause: Freitag, Feierabend, strömender Regen (der richtige, tropische): 2 Stunden, 15 Minuten für eine Strecke, für die ich morgens noch 25 Minuten gebraucht habe !!! Davon 1:15h im Regen stehen auf Taxi warten, 15min Bus und 45 Minuten im Taxi !! Wenn ich einen schönen chinesischen Fluch wüsste, würde ich ihn hier schreiben - naja, zumindest Wochende. Zum Trost war ich anschliessend bei mir im Gebäude im Hard-Rock-Cafe Shanghai beim Abendessen ... ein Steak, zwei Bier (0.3) für schlappe 40 Euro... man gönnt sich ja sonst nix.


13.Aug.

Shanghai...Smog und Regen. Hab' heute mal darüber nachgedacht, was wirklich den Reiz Shanghais gegenüber der Kulturfülle in Beijing ausmacht. Für mich ist es neben der noch nicht so stark verwestlichten Chinesischen Kultur auch das Leben in einer 15 Milionenstadt.

 

Als ich Anfang des Jahres nach Shanghai gekommen bin, war ich fasziniert von der brisanten Mischung aus primitiven, teils unglaublich schmutzigen Leben in den engen Gassen, gemischt mit schrillbunten Webreklamen und den futuristischen Hochhäusern. Wenn es dann noch beginnt zu Regnen fühle ich mich teils wie in einem Film wie "Blade Runner" ... vielleicht geht hier die Fantasie mit mir durch und viele werden sagen, dass man das Gefühl viel eher in Städten wie Tokio bekommen kann, aber für jemanden aus eine Dorf wie München ...


12.Aug.

Zurück von meine Kurzurlaub, hier mal ein kleines Resümee über Beijing:
Eine wirklich eindrucksvolle Stadt, die nicht mit Shanghai vergleichbar ist...sauberer, grüner, überhaupt eine andere Vegetation und ansonsten das reine Bilderbuch-China. Selbst die grosse Mauer und die verbotene Stadt haben meine Erwartungen übertroffen ! Zusätzlich hatten wir noch blauen Himmel und angenehme Temperaturen. Anderseits befürchte ich, dass es im Winter recht ungemütlich wird. Das ist wahrscheinlich auch ein Grund dafür, warum die Stadt aufgeräumter aus Shanghai wirkt, weil hier die meisten Häuser aus Stein sind und nicht irgendwelche Holz-Blech-Baraken. Anderseits ist das Leben in Beijing viel westlicher (soweit ich es abschätzen kann), aber gerade die Möglichkeit das Chinesische Leben zu studieren schätze ich an Shanghai. Liebe Pauschaltouristen, lasst Euch also nicht täuschen, Beijing ist eine sehr schöne Stadt, aber China ist ein grossen Land und nicht alles sieht so glanzprospektmässig aus, wie die Olmpiastadt 2008 ...

Heute morgen war ich nochmals im Beihan Park. Man muss sich vorstellen, dass der riesige See inmitten der kaiserlichen "Spielwiese" seinerzeit von Hand ausgehoben wurde ! Angenehm war an diesem Montag morgen, dass sich die Anzahl der Menschen etwas in Grenzen gehalten hat ... das bedeutet aber keineswegs dass es leer war !


11.Aug. Vormittags Besuch des Sommerpalastes - wiederum beeindruckend die Grösse das Parks (und die Menschenmassen ...) Leider war es etwas diesig, so dass die Aussicht über den grossen See etwas getrübt war. Bin glücklicherweise gerade wieder im Hotel angekommen, als eine ziemlich starker Regen- und Sandsturm über die Stadt hinweggezogen ist. Abends im Beihan Park - märchenhafte Stimmung mit Sonnenuntergang am See und Abendessen im Fangshan Restaurant mit seinen wunderschönen alten Sälen, in der schon die Cixi gern gespeist hat ( und ich hab die Kamera im Hotel gelassen - grrrr )

10.Aug. Morgens kleiner Spaziergang u.a. im Jinshan Park und anschliessend in die verbotene Stadt - wirklich beeindruckend sind u.a. auch die Menschenmassen, die sich durch diese alten Mauern schieben ! Hätte nie gedacht, das die Anlage dermassen weitläufig ist und aus so vielen Gebäuden besteht. Anschliesend haben wir dann noch den Temple of Heaven besichtigt.

9.Aug. Ups, war recht später gestern abend, aber trotzdem will ich was von Beijing sehen ! Nach einem Spaziergang fahren wir mit dem Taxi zu den Ming Gräbern und später zur Chinesischen Mauer bei Badaling. Bin ziemlich positiv überascht gewesen, dass die Mauer wirklich so mächtig ist und dermassen steil über die Berge schlängelt ! Wenn ich das nächte Mal hier bin, möchte ich mir aber unbedingt ein paar nicht so touristische Teile der Mauer ansehen. Irgendwie erinnert mich die Landschaft bzw. die langen Alleen an die Toscana. Abends waren wir dann ganz klassisch Peking-Ente Essen und durch etwas Glück auch gleich in dem bekanntesten Restaurant für dieses Gericht (Qianmen Quanjude Kaoyadian). Dort hängen dann Bilder u.a. von Arafat und Helmut Kohl, die gerade ...nein nicht Saumagen, sondern eben Ente verspeisen. Im übrigen sind fritierte Skorpione in Beijing ein Speziallität - schmecken aber meiner Meinung nach nur verbrannt nach nichts Besonderem.

8.Aug. Abends Ankunft in Beijing - schnell das Gepäck aufs Zimmer und mit dem Taxi zum Tian'namen - dem Platz des Himmlischen Friedens. Ja, es gibt es wirklich, das Mao-Bild, das auf die Menschenmassen blickt, die sich selbst an diesem unbedeutenden Donnerstag abend auf dem riesigen Platz vor der verbotenen Stadt tummeln und während die Sonne Rot am Horizont untergeht unter anderem darauf warten, bis die Chinesische Flagge im täglichen Zeremoniell eingeholt wird. Später probieren wir auch gleich das Nachleben aus und während die Backpacker-Kneipen Bier für nur 10 RMB anbieten, kann ich mich für die Expat-Kneipen nicht so ganz begeistern ... die Mädels sind mir persönlich da zu profesionell...


zu den älteren Einträgen