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9.März 2003

Wenn man wieder aus Deutschland zurückkommt fallen einem logischerweise wieder viel mehr die Eigenheiten Chinas a la man wohnt schon zu lange in China wenn... ein, aber im Moment fehlt mir leider irgendwie die Ruhe das Alles zusammenzufassen. Liegt leider auch daran, dass gerade viel in der Firma los ist und wir hier immer mehr Expats werden - darüber hab' ich mich ursprünglich gefreut, aber lenkt eben vom Chinesischen Leben ab ...
Wird langsam Zeit, dass der Frühling kommt und ich mich wieder mehr draussen bewegen kann - freue mich schon auf die erste Fahrradtour ! Wenn nichts dazwischen kommt werde ich übrigens im Mai für drei Wochen durch den Osten Tibets reisen ! Bis dahin gibts aber sicher noch genug hier in Shanghai zu berichten ....
Mal wieder was für die China-Bildung: Die weltweite Armutsgrenze liegt bei 1 USD pro Tag - die Chinesische Regierung hat diese für Ihre Genossen weiterhin mit 20 Cent festgelegt ... so kann seine Zahlen auch beschönigen, nach dem Motto wir haben doch gar keine Armut auf dem Lande :-(


5.März

Kalt, Regen ... prima wieder in Shanghai zu sein... ist wirklich interessant, weil ich in Europa bei -8°C irgendwie nicht sonderlich gefroren habe, aber es hier bei 5°C dermassen Nasskalt ist, dass man sich ungern auf die Strasse wagt. Egal, heute nachmittag gehts nach Hongkong und da erhoffe ich mir etwas Wärme. Stelle mich gerade wieder auf Stäbchen um, aber ich hab' die Chance auf Deutsches Essen die letzten Wochen natürlich schon ausgenutzt (siehe rechts :-) Nachdem ich jetzt auch 'ne kleine Digitalkamera habe, werden ab jetzt auch schneller spontane Bilder hier erscheinen.


3.März

Zurück aus Europa ... total geschafft, so viele Meetings und jeden Abend Treffen mit Freuden und Bekannten ... bräuchte jetzt erstmal Urlaub, aber am Mittwoch muss ich schon wieder nach Hongkong ...später mehr.


11.Feb

Heute abend Abflug nach München - meine Lungen freuen sich schon darauf und ich mich auch, weil in Deutschland ja gerade hübsch Schnee liegt, aber lustigerweise hat es heute nacht in Shanghai auch etwas geschneit und diesmal sogar so viel, dass morgens die Autodächer und die Wiesen im Park zumindest teilweise weiss waren.


7.Feb Komme gerade von einem Zweitages-Ausflug aus Hangzhou zurück - diesmal mit schönem Wetter und Rückreise in der Holzklasse des völlig überfüllten Zuges, aber das ist auch eine Erfahrung wert. Das nächste ma nehmen wir aber sicher wieder Soft-Seat, insbesondere weil man da nicht in die überfüllte Wartehalle muss.
Jetzt ist die freie Woche auch schon wieder vorbei, das neue Jahr des Schafes ist da und die Menschenmassen lösen sich so langsam wieder auf (siehe das Bild rechts ... Herden im Yu-Garden).

6.Feb

Wenn Ihr die wirklich sehenswerten Kulturschätze und Historischen Stätten Chinas besichtigen wollt beeilt Euch mal lieber, denn die Chinesen haben den Tourismus entdeckt und bis dieser "sanft" wird ist es schon zu spät. Gerade über das Neujahrsfest schieben sich für uns Europäer unvorstellbare Menschenmassen durch Museen und Tempelanlagen und das mit einer Rücksichtslosigkeit die mir völlig unverständlich ist. Alles wird berührt und keine Quadratmeter der zu heilig ist um sich nicht dort für eine Pause niederzulassen. Die Chinesische Regierung freut sich anderseits über die florierende Einnahmequelle und welche Zerstörende Kraft dort dahintersteckt werden sie erst erkennen, wenn die Chinesische Mauer u.a. von findigen Händlern Stein für Stein abgetragen und verkauft wurde. Wirklich, ein schöner Sommertag in Neuschwanstein ist wirklich in keinster Weise mit dem vergleichbar, was ich hier erlebe...
Übrigens hab ich gerade nachgezählt: während des einen Jahres in Shanghai habe ich inzwischen ca. 3000 Bilder gemacht (86 Filme) ... hat mal jemand Zeit zum Rahmen der Dias vorbeizukommen ?


3.Feb

Komme gerade aus Nanjing zurück und muss wirklich sagen, dass ich sehr von dieser Stadt überascht war. Nur 3 Stunden mit dem Zug von Shanghai entfernt und man erlebt ein ganz anderes China - so habe ich mir immer eine Chinesische, kommunistische Grossstadt ( immerhin 5.3 Mio !!) vorgestellt. Mal von den vielen KFCs und McDonnalds abgesehen ( an einer Strassenkreuzung konnte ich gleichzeitig 6 Filialen sehen !! )

 

sind hier sind die westlichen Einflüsse noch viel geringer - eine Konsequenz ist, dass man als Europäer wirklich überall angegafft wird - und ich dachte Shanghai sei es schon schlimm ! Anderseits hat diese Stadt auch sehr viel Geschichtliches zu bieten und davon zeugt u.a. die beachtlichen Überreste der ursprünglich 33km langen Stadtmauer.

 

Was mir auch sehr gut gefallen hat, dass man vom Zentrum aus zu Fuss zu den nahegelegenen Wäldern und Bergen laufen kann, in denen sich viele historische Stätten wie Tempel und Gräber befinden - sehenswert, wenn man sich mit den Menschenmassen arrangieren kann, aber das bin ich jetzt ja schon gewohnt ...siehe Hangzhou. Fairnesshalber muss ich aber auch dazusagen, dass es die letzen drei Tage wirklich unangenehm nasskalt um die Null grad war und wir kein Tee- oder Kaffeehaus a la Starbucks hier zum aufwärmen finden konnten ...ja,ja, ich bin inzwischen schon von Shanghai verwöhnt.
Und nochwas, liebe Deutsch Bahn: Hier fahre ich um die 250km komfortabel in einem hübschen Zug für umgerechnet nicht mal 8 Euro.


31.Jan

Heute ist nach dem Chinesischen Mondkalender der letzte Tag der Jahres des Pferdes - weniger mit unserem Sylvester, als viel mehr mit Weihnachten vergleichbar - und das mit allen Konsequenzen: im Büro sitze ich heute fast allein, die Supermärkte und Kaufhäuser sind seit Tagen total überfüllt und die nächsten Tage trifft man sich im Kreise der Familie. Dass es heute um Mitternacht eine riesen Knallerei gibt, die innerhalb von Minuten die ganze Stadt in Schwarzpulverrauch hüllt, hab ich ja letztes Jahr schon erlebt.
Heute abend gab's zur Feier des Tages erstmal Hot-Pot bei mir zuhause und morgen werden wir mit dem Zug nach Nanjing fahren, uns die Stadt ansehen und hoffen, dass nicht alles Geschäfte und Restaurant geschlossen haben, wie mit viele Chinesen prophezeit haben.


29.Jan

Jetzt gehöre ich sicher noch nicht zu den alten Hasen der Expats hier in Shanghai und trotzdem überschütte ich jeden Neuankömmling sofort mir all meinen Erfahrungen und Tipps über das Leben in dieser Chinesischen Metropole. Ob ich ihnen damit auf die Nerven gehe bleibt mal dahingestellt, aber es führt mir auch immer wieder vor Augen wie rasant sich die Stadt wirklich verändert. "Da kenn' ich eine gutes Restaurant - ups, gestern wars noch da ... das andere ist auch gut, aber kannst nur auf Chinesisch bestellen ... hello Mister, won't you try our delicious menu ?.... aber die Geldautomaten...oh sind inzwischen auch mit englischer Menueführung..." Naja, oft kennen die Neulinge dann schneller mehr gute Kneipen als man selbst, weil irgendwann auch die Motivation geringer wird neben dem normalen Job abends noch auf Entdeckungstour zu gehen.
In diesem Zusammenhang frage ich mich öfters wie die Chinesen mit so viel Neuem zurechtkommen. Ich meine das nicht abwertend wenn ich sage, dass viele von Ihnen noch vor wenigen Jahren auf dem ärmlichen Land als Arbeiter gelebt haben und nun auf Jobsuche in Shanghai von dieser Welle mitgerissen werden. Schnell ist das die erste Fake-Rolex gekauft , der billige Anzug hebt den Security-Guard gerade um die Stufe hoch, um seinen früheren Kollegen irgendwo den Zugang zu verwehren, dann schnell der Fernseher und irgendwann das Auto ... Da bleibt wenig Zeit den Wandel zu begreifen und den Umgang mit all dem Neuen zu lernen. Das überfordert viele und was dabei rauskommt kann sehr unterhaltsam in den Strassen Shanghai's studieren. Viele Neureiche können ihre Herkunft nicht leugnen und neben dem Thema Wie mache ich möglichst schnell Geld und protze damit interessiert sie wenig.



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