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9.Juni 2003 ... ein Monat liegt der letzte Eintrag ins Tagebuch zurück..sorry, aber daraus könnt Ihr schliessen, dass ich ziemlich für die Firma beschäftig war... aber in 3 Tage geht es endlich wieder nach Shanghai zurück! Freue mich wirklich schon wieder darauf. Temperaturmässig muss ich mich ja nicht gross umstellen, weil's hier in Deutschland auch ziemlich warm ist ... aber im Gegensatz zu China kann man sich nach der Arbeit die Inline-Skates anschnallen und in einen schöne Biergärten bladen um nach der Arbeit ein bischen zu entspannen...die Ruhe und eine Russnmass in der Abendsonne wird mir abgehen ... in Shanghai wird's auch im Sommer immer schon so früh dunkel. .

9.Mai Bin gut in München angekommen - keine SARS Kontrolle in Deutschland...die erste Nacht endlich wieder mit offenen Fenster geschlaffen, frische Luft und Ruhe mitten in der Grossstadt...schon um 5:30 aufgewacht, Wasser direkt aus dem Wasserhahn, Vogelgezwitscher, Morgenspaziergang an der Isar und der Notebook freut sich über Qualitätsstrom geringer Netzschwankung...

7.Mai Morgen mittag geht's ab zum Flughafen und dann nach Deutschland ... leider...passt mir gerade wirklich gar nicht. Zudem hat die Firma beschlossen, dass ich nach Ankuft 10 Tage in Quarantäne muss - sprich mich erst danach mit Kollegen treffen darf. Das mag jetzt ganz prima nach Urlaub klingen, aber wie schon gesagt, ich hätte jetzt genügend andere Dinge zu tun. Nunja, ich will mich mal nicht beschweren - so ist das halt, wenn man immer beton hat, wie flexibel man ist und als Expat ins Ausland geht. In Shanghai ist's jetzt übrigens wirklich warm geworden - gestern hatten wir 32 Grad und heute morgen waren's auf dem Balkon noch immer 24°C und 85% Luftfeuchtigkeit ... das wird sich bis zum meiner Rückkehr sicher noch steigern :-)

6.Mai Würde mich mal interessieren was blinder Aktionismus auf Chinesisch heist ;-) Da laufen zwar alle mit Masken rum, aber zum sprechen und eine rauchen nehmen sie sie ab... manchen sieht man an, dass sie schon mehrere Tage im Einsatz sind ....wie angeordnet versprüht die Putzfrau den ganzen Tag literweise Desinfektionsmittel... doch frage ich mich warum nur auf den Fussboden - von dem habe ich vorher auch nicht gegessen - vieleicht besser mal die Türklingen oder so ...nein bitte nicht mit dem gleichen Lappen - arg! An der Vorddertür wird demonstrativ Fieber gemessen und hinten gehen die Wanderarbeiter ein und aus... Bin ja mal gespannt was mich am Donnertag am Flughafen erwartet Anderseits hat sich die letzten Wochen bzgl Aufklärung in Shanghai sehr viel getan - in den anderen Provinzen sieht's da noch sehr viel schlechter aus.

5.Mai Da meine Europäischen Kollegen derzeit wegen SARS nicht mehr nach China sollen, muss ich kurzfristig beruflich nach Deutschland fliegen. Klingt einerseits gut, passt aber gerade gar nicht in meine Planung, insbesondere weil dies dann auch bedeutet, dass ich anschliesend sehr viel Zeit in der Guangdong Provinz verbringen muss, um die Dinge am Laufen zu halten. Ihr wisst schon, dass ist der Teil China, wo SARS seinen Ausgang genommen hat... Naja, was tut man nicht alles für die Firma und trotzdem werde ich den weiteren Verlauf der Krankheit genau beobachten um rechzeitig die Notbremse ziehen zu können.

3.Mai Wenn man hier in Shanghai als Deutscher ankommt, egal ob als Expat, Praktikant oder Tourist, teilt man die Mitmenschen auf der Strasse leicht in die Kategorien ein - wir, die Deutschen, die Amerikaner und die Chinesen. Erst nach einer gewissen Zeit realisiert man, dass hier natürlich sehr viel mehr westliche Nationen unterwegs sind. Um einiges länger dauert die Erkenntnis, dass diese Massen an Asiaten, die sich sowieso vom ungeübten Europäischen Auge nur nur schwer unterscheiden lassen, nicht alles Chinesen sind. So stellt der grösste Teil der Expatgemeide in Shanghai die Japaner, mit 16000 gemeldeten Personen dar (Insgesamt dürften es um die 35000 sein). Hier hat man theoretisch noch gewisse Chancen diese optisch von den Chinesen zu unterscheiden, doch leben sie sehr abgeschirmt in Bezirken wie Little Tokyo in Gubei. Da auch die Japaner sprachliche Probleme haben und auf die Chinesen gerne herabsehen, ziehen sie sich in Ihre Gemeinden zurück - ist wahrscheinlich auch der Grund dafür, dass ich bisher noch keinen persönlichen Kontakt hatte. Danach kommen anteilsmässig die Taiwanesen, aber das fällt es natürlich umso schwieriger diese von den Mainlandchinesen zu unterscheiden. Anderseits haben viele Firmen mit denen ich beruflich zu tun habe einen Taiwanesische Muttergesellschaft. Die Zahlen, wie viele Ausländer hier in Shanghai arbeiten schwanken zwischen 70 - 300000 ... viele sind nicht direkt gemeldet und so schwankt die Angaben ziemlich.

2.Mai Jetzt dachte ich, inzwischen kenne ich schon alle schönen Flecken in Shanghai und trotzdem habe ich einen der schönsten Gärten heute erst entdeckt+ Der Guilin Park im süden der Stadt liegt gar nicht so weit von meinem Büro entfernt und den Tipp dorthin zu fahren habe ich vor über einem Jahr mal von einem alten Chinesen erhalten, der mich auf der Strasse angesprochen hat. Die Anlage entspricht genau dem, was man sich gemeinhin unter einem Chinesischen Garten vorstellt.

1.Mai Heute war wirklich ein ausserordentlich schöner, sonniger Tag - wieder wie geschaffen für eine Fahrradtour Richtung Hongqiao. Trotzdem ist durch die vielen Baustellen dermassen viel Dreck in der Luft, dass man trotz Brille ständig irgendwas in die Augen bekommt - da wundert es mich auch nicht, dass mein Balkon drei Tage nachdem ich Ihn für ein morgendliches Frühstück vom Dreck befreit hat, wieder aussieht wie zuvor.

27.April Ist doch immer wieder interessant mit dem Fahrrad auf Erkundungsreise zu gehen. Hab gerade mitten in Shanghai einen alten Flughafen gefunden. In den verfallen Hangars und Bunker scheint China-Eastern-Airline immer noch einen Teil seiner Reparaturarbeiten durchführen zu lassenn.. Schluck, da will ich gar nicht weiter darüber nachdenken ...
Inzwischen haben sich im Strassenverkehr die Chinesischen Raumgleiter als meine grössten Feinde herausgestellt - das sind diese elektrischen Fahrräder die es hier haufenweise gibt und sich lautlos mit hoher Geschwindigkeit anschleichen ... da sind mir die Feuerfahrzeuge lieber, die sich mangels funktionierender Abgasanlage und Gebrauch der Hupe frühzeitig ankündigen.

26.April Traumhaftes Wetter heute ! Auch all die Plakate die in der Stadt aufgehängt wurden (siehe rechts) halten die Menschen in Shanghai nicht davon das Wetter zu geniessen und auf die Strasse und in die Park zu strömen. Klar, man spricht über die Krankheit, aber nachdem das Paris des Ostens immer schon etwas anders war als der Rest Chinas, habe ich das Gefühl manche Schönheit sorgt sich mehr darüber, dass die Maske nicht gut zur neuen Frühlingsmode passt... Naja, vieleicht gewöhnen sie sich zumindest mal das wilde Spucken ab - pass ja gar nicht zum Schick ...
Ich versuche das beste aus der Situation zu machen - zumindest muss ich jetzt gerade nicht mehr so viel reisen, habe mehr Zeit für andere Dinge und schaffe es so endlich wieder Sport zu treiben - schadet wirklich nicht....


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