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31.Aug 2003 Jetzt wird's langsam langweilig in Shanghai zu leben ... gerade wenn ich aus der Provinz in Suedchina zurueckkomme merke ich wie gut es den Expats in Shanghai inzwischen geht. Soben war ich im Supermarkt und bei der reichen Auswahl an Deutschen Lebensmitteln (DrOetker Frischhefe, Knorr Fix fuer Zwiebelrahmschnitzel, Lavazza Espresso...) frage ich mich wirklich warum ich noch vor einem Jahr 'nen ganzen Koffer mit dem Zeug hier hergeschleppt habe...
  wo ist das Pioniergefuehl geblieben ? Vielleicht liegt's auch nur darn, dass ich inzwischen weiss wo ich was bekomme. Keine Angst, ich bleibe noch ein bischen ... sind immer noch genug Herausforderungen und es bleibt viel zu erleben in Shanghai ...

28.Aug Fast haette ich eine kleine Geschichte vom Suzhou-Wochenende vergessen:
Dort konnten wir lernen, dass man, egal ob Chinese oder Westler ziemlich bei der Wahl des Transportmittel aufpassen muss! Die Fahrad- und Mopedrikschas sind zwar ein ziemlicher Spass um durch die Stadt zu sausen, aber sie versuchen einen mit allen Mitteln uebers Ohr zu hauen. Das Beste war aber der anfaenglich freundliche Kleinbusbesitzer, der uns am Bahnhof angesprochen hat und uns fuer nur 20 Yuan zum Hotel fahren wollte. Nachdem wir sechs grosse und zwei kleine Langnasen mit Gepaeck waren schien uns der Preis wirklich ok - drei Taxen kosten mehr.
  Auch als er auf dem Weg dorthin meinte, dass wir Ihn auch den ganzen Tag mieten koennen, lachten wir ueber die Geschaeftstuechtigkeit, aber als wir nach ein bischen Handeln auf den guten Preis von 200 Yuan fuer 7 Stunden Stadtrundfahrt kamen, schien es als haetten wir einen guten Deal gemacht. Komisch kam uns dann aber vor, dass er auf unsere Besichtigungswuensche so gar nicht eingehen wollte und stur auf seine Reiseroute beharrte. Dann war auch schnell klar warum: Auf dem Weg in die Gaerten kommt man zufaellig an Seidenfabriken, Restaurant usw vorbei, wo unser freundlicher Fahrer immer eine huebsche Provision fuer die gebrachten Touristen kassiert... Da Ende der Geschichte war, dass wir nicht von unserem Plan abweichen wollten und er beleidigt, ohne auch nur die 20 Yuan fuer die erste Fahrt zu verlangen abzog... Ich hoffe er hat auch gelernt, dass man mit den Laoweis nicht alles machen kann :-)

27.Aug ...und wieder Zhanjiang...hatten am Montag wirklich Glueck, denn ein Taifun ist kurz vor unserer Ankunft genau ueber die Stadt hinweggezogen und wir konnten trotzdem als erstes Flugzeug mit nur einer Stunde Verspaetung in Zhanjiang laden. Habe gehoert, dass ueber 100.000 Haeuser zerstoert bzw. beschaedigt wurden. Am Freitag geht's dann wieder zurueck und ich hoffe vor meinem Tibeturlaub keine Dienstreisen mehr unternehmen zu muesen, den zu viele Emails und Papier hat sich inzwischen schon gestapelt...

24.Aug Komme gerade von einem Ausflug nach Suzhou zurueck - hatte mir ja schon seit laengerem vorgenommen die Stadt mal ausserhalb von Geschaeftsreisen zu besuchen, doch obwohl sie nur 45 mit dem Zug von Shanghai entfernt ist kam bisher immer was dazwischen. Wir hatten prima Wetter mit richtig blauem Himmel, doch deshalb war's auch leider furchtbar warm ! Sehenswert sind hier natuerlich die vielen Gaerten, aber man muss sich darauf gefasst machen, nicht gerade alleine durch die Chinesische Geschichte zu wandeln... Was mich hier in China halt oft stoert, dass die "alten" Gebaeude oft so gruendlich renoviert aussehen, dass ich grundsaetzlich daran zweifel, dass ueberhaupt noch ein original Stein verwendet wurde.
  In der Nanjing Xi Lu in Shanghai wird auch gerade der Jing'an Tempel "restauriert", aber ich sehe dort nur neue Betonmauern wachsen, die spaeter huebsch verkleidet werden....

22.Aug Habe diese Woche von der Firma einen neuen Laptop bekommen und deshalb wird's ein bischen dauern, bis internet-technisch wieder alles laeuft ... leider hat die Kiste 'ne amerikanische Tastatur, so dass ich mich staendig vertippe und ich mir was wegen der Umlaute einfallen lassen muss...

16.Aug Obwohl das Wetter für's fotografieren nicht besonders geeigent war, bin ich heute endlich mal mit dem Schiffe den Huangpu bis zur Mündung in den Yangtse hoch gefahren. Wenn man fast zwei Stunden flussabwärts an Werften, Containerhäfen und Fabriken entlangfährt wird einem erst bewusst wie gross Shanghai ist und dass die Stadt als Hafen gross geworden ist. Pro Tag
  fahren hier 1000 Schiffe durch. Ein persönliches Ziel war auch die Wusong-Barre zu sehen, die im Buch "Der wilde Strom" (lesenswert) beschrieben ist. Die Stelle, an der der Yangtse eine Breite von 15 Kilometer hat und mit dem Hunagpu zusammenfliesst, gilt unter Seeleuten teils als die gefährlichste Zufahrt der Welt und machte den grossen Schiffen der Kolonialmächte durch ihre Untiefen schon vor 200 Jahren Ärger, während die Segeldschunken darüber hinwegfuhren.

15.Aug Zurück in Shanghai - die Woche ist geschaftt ! Bin wirklich reif fürs Wochenende, nachdem ich die letzten Tage wieder in Zhanjiang war und täglich bis zu 13 Stunden damit verbracht habe, den letzten Teil unsere aus Deutschland gelieferten Anlage in Betrieb zu nehmen. Ist eigentlich nicht mein Fachgebiet und primäre Aufgabe des Jobs hier in China, bei schwüler Hitze in Schaltschränken rumzukriechen und Ablaufsteuerungen anzupassen, aber genau da zahlt es sich aus, wenn man in gewisser Weise Universalist ist und genau aus diesem Grund brauchen westliche Firmen auch Expats für den Aufbau in China! Schwierige technische Probleme lassen sich nunmal am schnellsten in der Muttersprache, mit einem Techniker am anderen Ende des Telefon in Deutschland lösen - da kann ich zwanzig günstige Chinesische Fachkräfte einstellen, die erst ein bischen rumschrauben ( einer schraubt, 19 sitzen in der Hocke und sehen zu..) und schlussendlich muss dann doch ein Experte aus Europa eingeflogen werden...

9.Aug Die ganze Woche sonniges Wetter, fotogener blauer Himmel und heute am Samstag Nebelwetter - grrr.
Kleiner Nachtrag zum Thema Stromversorgung: Inzwischen gibt es in Shanghai und Umgebung viele Industriegebiete in denen aufgrund Energiemangels an bis zu 3 Tagen der Woche der Strom abgeschaltet wird. Auch Privathaushalte sind mittlerweile betroffen (denkt mal an den Inhalt des Kühlschranks...) Offiziell wird es durch den ungewöhnlich heissen Sommer und die vielen laufenden Klimaanlagen begründet, aber die bevorstehenden Knappheit in der Energieversorgung der Indeustrizentren wird von Experten schon seit langem prophezeit und ist eines der grössten Herausforderungen des Landes. Habe darüber ja schon an andereren Stellen geschrieben, u.a. dass sich u.a. der Wasserverbrauch Shanghai's innerhalb der nächsten 3Jahre versechsfachen wird ! Leidtragend sind die Bezirke ausserhalb Shanghais, weil die Regierung natürlich besonders die Versorgung der Investitionsträchtigen Boomstadt sicherstellen will.

7:Aug Bin seit gestern wieder zurück in Shanghai und heute haben wir uns von der Firma aus ein paar Fabrikgebäude in der Umgebung angesehen, wobei es eigentlich viel zu heiss war um durch leerstehende, nicht klimatisierte Blechhallen zu laufen. War dennoch sehr interessant was die Industriezonen in Shanghai inzwischen bieten und wie viele grosse Firmen sich hier schon angesiedelt haben. Themen wie die derzeitige Stromknappheit werden trotzdem vom Management gerne vertuscht bzw. heruntergespielt. Beeindruck hat mich der Blick aus dem 26.Stock eines Gebäudes auf Pudong (links), weil einem damit auch klar wird, wo sich all die 13 Mio Einwohner dieser Stadt verstecken...nicht zu vergleichen mit dem alten Shanghai auf der anderen Seite des Huang Pu.


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