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17.Okt 2003

Die erste Arbeitswoche nach dem Urlaub ist geschafft. Jetzt gehts ans Dias sichten, sortieren und scannen ... Sonst gibt es eigentlich nichts zu berichten ausser dem Ereignis der Woche in China: Als dritte Nation nach der Sowjetunion und den USA schoss die Volksrepublik gestern einen Menschen (Yang Liwei) ins All !! Ich denke wirklich, die Chinesen koennen stolz darauf sein. Das wird jetzt natuerlich fuer alle moeglichen Arten der Propaganda, insbesondere den Technologiefortschritt ausgeschlachtet.

 

Anderseits moechte ich schon anmerken, dass dieser "historischer Schritt des chinesischen Volkes beim Erklimmen des Gipfels von Wissenschaft und Technik der Welt" genau das darstellt fuer was die Chinesen stark sind: das unglaubliche Geschick etwas bis ins Detail zu kopieren und evtl weiterzuentwickeln. Das ist nicht negativ gemeint, aber was man von diesem Land meiner Meinung nach auf absehbare Zukunft eben nicht erwarten kann, sind technische Innovation und bahnbrechend neue Ideen - dafuer stehen andere Nationen, die sich aber in Zukunft noch mehr anstrengen muessen.


14.Okt

Habe gerade voll freudiger Erwartung die Dias abgeholt ... beim ersten Durchsehen hat sich bestaetigt, dass paar nette Aufnahmen dabei sind, insbesondere Portraits von Nomaden, Moenchen und Pilgern. Muss jetzt aber erst noch ueberpruefen, ob alle scharf sind, bzw beim Entwickeln wiedermal huebsch verkratzt wurden und dann geht's an die muehsame Scan-Arbeit, die aber doch Spass macht, weil der Urlaub nochmals an einem vorbeizieht. Wenn das schlechte Wetter in Shanghai weiterhin anhaellt stehen auch die Chancen sehr gut, dass Ihr hier bald viele Fotos bewundern koennt.


10.Okt

Ich bin zureuck aus Tibet und kann nur sagen es war traumhaft !!! Haette nie gedacht so tiefen Einblick in das Leben der freundliche Tibetischen Nomaden in Ihren Zelten zu bekommen, so urspreungliche, vom Tourismus unberuehrte Kloester zu betreten und so schone, abwechslungsreiche Landschaften vorzufinden. Wir hatten auch unglaubliches Glueck mit dem Wetter, was sich nicht nur auf die Fotos ausgewirkt hat (wird sich noch zeigen...), sondern das Risiko und die Anstrengung beim Befahren der teils unglaublich schlechten Pisten in diesen Hoehen bis 5000m mit dem Gelaendewagen einigermassen in Grenzen gehalten hat und wir bis auf einen Unfall keine groesseren Probleme hatten.

 

Die grossen Hoehen haben mir diesmal leider etwas mehr zu schaffen gemacht, was aber auch daran lag, dass ich mir gleich am Anfang eine tiefsitzende Erkaeltung zugezogen haben. Naja, leben ja inzwischen fast schon 2 Jahre auf Meereshoehe... Werde jetzt schnell die Fotos entwickeln lassen, scannen und ins Netz stellen. Habe uebrigens auch wiedermal viele Steine (links ein Manistein) und Sand aus den Quellgebieten des Yangtze, des Gelben Flusses und des Mekong mitgebracht, die alle dort in Amdo und Kham entspringen !


19.Sept Tibet...
bis
10.Okt

18.Sept ...werde dem Computer und mir drei Wochen Pause goennen und fuer das Tagebuch auf Papier und Bleistift umsteigen. Ich hoffe Ihr bleibt VISITCHINA zwischenzeitlich treu und freut Euch schon wie ich auf die vielen Bilder und Eindruecke meiner Tibetreise ! Habe gerade noch den guten Tipp bekommen, viel Kleingeld als Spende fuer die Kloester mitzunehmen - die grossen 100 Yuan Banknoten aus dem Geldautomaten koennen ja selbst hier in Shanghai von den Taxifahrern oft nicht gewechselt werden. War gar nicht so einfach 2 Yuan Scheine zu bekommen, da sonst die Muenzen ueblich sind (zu schwer fuer die Reise) und ich mir schlussendlich die nagelneuen Scheine direkt aus der Druckerei in Shanghai besorgen lassen musste ! Hoffe die sind echt ... bis dann...jay-yong

14.Sept Bin schon fleissig am Packen fuer Tibet und obwohl ich bei sowas relativ erfahren bin, faellt es mir diesmal schwerer, weil eine etwas erweiterte Fotoausruestung mit soll... da muss irgendwas zuhause bleiben, aber gerade bei der Reisemedizin und -Bekleidung empfiehlt es sich innerhalb Chinas nicht zu sparen. Es schmerzt halt immer, dass ich auf solche Reisen nie ein Stativ mitschleppen kann - ist einfach zu schwer und sperrig.

10.Sept Hab' gerade (seit langem mal wieder) bei einem Strassenhaendler die derzeitige DVD-Auswahl in Shanghai ueberprueft und prompt ist mir 'Der Schuh des Manitu' in die Haende gefallen ... komisch was fuer Filme sich nach China verirren...hab's gleich ueberprueft, aber Abahachi spricht auch hier nicht Chinesisch sondern breiten Muenchner Dialekt ;-)
Derzeit herrscht in Shanghai uebrigens arger Taxi-Notstand und die Verkehrsstaus sind noch extremer als sonst ! Die Ursache dafuer, bzw. ob das Eine mit dem Anderen zusammenhaengt habe ich noch nicht herausgefunden ...egal, es zerrt an meinen Nerven wenn ich abends ewig auf ein Taxi warten muss und dann 1.5 Stunden fuer ein Strecke brauche, die ich morgens in 25min zuruecklege...ja, ja, Urlaubsreif....

7.Sept Putuoshan ... die kleine Insel, 200km von Shanghai entfernt, mit all ihren Tempeln, Pagoden, Moenchen und kleinen Bogebruecken ueber Lotusteiche ist genau das Bilderbuch-China, von welchem man als Europaer traeumt. Bei strahlend blauem Himmel haben wir uns dieses Wochenende mit Bus und Boot auf den Weg gemacht und standen ploetzlich, ganz unerwartet vor weissen, langen Sandstraenden!
  Einzig die Anreise ist etwas beschwerlich, denn 1.5h Bus und 3h Bootsfahrt bei weit uber 30Grad sind schon etwas strapazioes fuer einen Kurztrip, aber von Muenchen aus faehrt man ja auch mal schnell nach Italien an den Gardasee. Es waere auch gelogen, wenn ich sagen wuerde, wir waren die einzigen Touristen ... naja, zumindest habe ich nur insgesamt 3 Langnasen gesehen. Der Strand ist ueberaschend sauber, auch wenn mich die Wasserqualitaet nciht so ganz ueberzeugt hat ...man sieht auch auf dem Satelitenfoto links, dass man noch den Schlamm des Jangtze und der Hangzhou Bay mitbekommt. Ansonsten kann ich nur jedem gestressten Shanghai-Expat empfehlen mal hier herzukommen um die Ruhe zu geniessen...aber nehmt mal besser jemand mit, der Chinesisch spricht.

3.Sept Eine unschoene Veraenderung die man seit ein paar Monaten in Shanghai beobachten kann, ist dass man insbesondere Haupteinkaufstrassen alle paar Meter von Bettelnden Chinesen angesprochen wird. Sie werden immer aggressiver und besonders nerven mich die Frauen, welche Ihre Babys bis spaet abends durch die Strassen tragen und ... die Touristen die viel zu viel Geld geben! Wenn ich mir ueberlege dass ein Chinese in Zhanjiang fuer harte koerperliche Arbeit gerade mal knapp 4 Euro am Tag bekommt, dann darf ich doch einem Bettler nicht mal einfach so 50 Cent in den Plastikbecher werfen ! Auch weigere ich mich kleinen Jungen, die noch nach Mitternacht von Ihren Eltern auf die Strasse zum Betteln geschickt werden Geld zu geben - da finde ich es besser man kauft Ihnen im naechsten Laden direkt was zu Essen.
Hoffentlich greifen hier die Behoerden bald mal ein. Anderseits ist zu befuerchten, dass dies nur der Anfang einer negativen Entwicklung ist, nachdem die soziale Kluft insbesondere in Shanghai immer groesser wird und der Staat nicht mehr wie in streng Kommuistischen Zeiten fuer das Wohl aller Genossen sorgt bzw. sorgen kann.


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