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4.Dez 2004

Habe mich ja schon oefters gewundert, dass in Shanghai kaum Hunde auf den Strassen zu sehen sind ( nein, ich spiele jetzt nicht auf "sind im Topf gelandet" an... ) und anderseits rege ich mich immer darueber auf dass Chinesen Ihren Haustieren keinen Auslauf gewaehren, sondern in Ihre Wohnung einsperren. Ausnahme sind kurioserweise die Voegel, welche am Wochenende in ihren Kaefigen in die Parks getragen werden, damit sie sich mit den Anderen 'unterhalten' koennen. Habe heute eine die Ursache fuer den Hundemangel gelesen: Geltendes Gesetz in Shanghai ist, dass die Hundesteuer pro Jahr 200Euro betraegt ( entspricht z.B. 2 Monatsloehnen einer Kaufhausverkaeuferin) und dass Hunde offiziell nicht in der Oeffentlichkeit erlaubt sind, ausser sie sind auf dem Weg zum Tierarzt. Realistischer ist wahrscheinlich aber die Erklaerung, dass die Menschen in Shanghai sowieso schon auf sehr engen Raum zusammenleben - da muss man nicht noch einen zusaetzlichen Gast in die kleine Wohnung aufnehmen.

 

30.Nov

In der heutigen Ausgabe von SPIEGEL-ONLINE sind gleich drei Artikel ueber China, die ich mal schnell kommentieren moechte (aeltere gesammelte Nachrichten findet Ihr unter NEWS):

  • "Saurer Regen laut Peking außer Kontrolle - In überraschender Offenheit hat selbst die Regierung eingeräumt, die Situation sei außer Kontrolle. Der jährliche wirtschaftliche Schaden werde auf umgerechnet 10 Milliarden Euro geschätzt "... sowas kann man gar nicht mehr vertuschen ! Besonders die intensive Kohleverfeuerung und die stinkenden LKWs erzeugt derzeit in Shanghai einen huebschen gelblichen, nach Schwefel riechenden Morgennebel... daran wird sich so schnell nicht aendern, den das Wirtschaftwachstum hat Prioritaet 1!
  • "Keine Hoffnung für über hundert Kumpel - Durch das verheerende Unglück am Sonntag in der Chenjiashan Grube nahe Tongchuan in der Provinz Shaanxi sind insgesamt voraussichtlich 166 Menschen ums Leben gekommen." ... im Jahr sterben im China schaetzungsweise 15000 Bergleute durch mangelne Sicherheitsvorkehrungen speziell in den vielen illegalen Kohleminen ...ein Preis um den riesige Energiebedarf der aufbluehenden Wirtschaft zu decken.
  • "Transrapid: Die Hoffnung ruht auf acht zusätzlichen Kilometern - Die Erwartungen als Besuchermagnet hat der Schwebezug Transrapid in Schanghai bislang bei weitem nicht erfüllt" ... wer schon mal den Transrapid mit schweren Koffern vom Flughafen Richtung Innenstadt benutzt hat, weiss warum ... spaetestens dann, wenn er an der 'Endstation' aussteigt und feststellen muss, dass diese eben mindestens 8km vom Zentrum entfernt ist... ich denke die Strecke ist genau so lang wie es das Budget der Chinesen erlaubt hat... man wollte ja nicht die Strecke haben, sondern den Deutschen die Technologie abluchsen die ueber Jahre mit Steuergeldern entwickelt wurde...
 

28.Nov

So mag ich Shanghai: Es ist kuehl geworden, zwischen 5 und 10 Grad, die Touristen sind inzwischen abgezogen, die Menschen auf der Strasse geniessen das schoene Wetter und die Gerueche der Kohlenoefen und heissen Marronen zieht durch die Gassen. Leider mischt sich das in der Naehe der grossen Einkaufsstrassen mit dem bunten, blinkenden Jingle Bells ... darueber rege ich mich ja jedes Jahr wieder auf (z.B. 2002)
Habe bisher noch gar nicht geschrieben, dass ich Ende Februar schon wieder umziehen muss ... im Westin wollen sie die Nutzung der Apartments aendern und das wuerde fuer mich eine Verdoppelung der Miete bedeuten!!! Nun ja, dann werde ich also wieder zu suchen beginnen...

 

27.Nov

Jetzt habe ich die erste Woche nach dem Urlaub ueberstanden ... gar nicht so einfach bei ueber 30Grad Temperatursturz und all den erkaelteten Kollegen, aber ein gut erholter Koerper haellt das aus;-) Die Rueckkehr aus dem Urlaub ist ja immer wieder ein guter Test, ob ich noch zu der Entscheidung in China arbeiten zu wollen stehe ... ist diesmal wieder positiv ausgefallen - war wieder schoen nach Shanghai zurueckzukommen, auch wenn mir gleich wieder die schlechte Luft und die Ruecksichtlosigkeit der Chinesen in der U-Bahn aufgestossen ist. Anderseits habe ich heute Nacht getraeumt mit dem Fahrrad durch einen herbstlichen Laubwald in Oberbayerischen Voralpenland zu fahren ... ach ja.

 

22.Nov

Zurueck aus dem Paradies .... Bali war wirklich sehr schoen und insbesondere sehr entspannend. Auf die weiteren Fotos muesst Ihr noch etwas warten, denn ich muss erstmal meinen neuen Notebook installieren, den ich mir auf dem Rueckweg in Hongkong gegoennt hab' - grins ;-) Hab' anderseits relativ wenig Fotos gemacht ... wie gesagt, sollte ja ein Erholungsurlaub werden....

 

 

 

3.Nov

Und tschuess ... fliege morgen frueh nach Hongkong und am Freitag weiter nach Bali :-)
Deshalb gibt's bis zum 21.November erstmal keinen Eintrag in dieses Tagebuch, aber danach sicher ein paar huebsche Bilder aus dem Urlaub.... bis dann, vergesst mich nicht.

 

30.Okt
Diese Woche stand in der Zeitung zu lesen, dass Shanghai jetzt hart gegen Plagiate vorgehen wird und deshalb ab sofort 40 Luxusmarken auf 16 Maerkten u.a.der sog Fake-Markt (resp. Xiangyang Gift and Fashion Market ) verbieten will... das stellt sich doch erstmal die Frage, ob Fakes damit VORHER erlaubt waren ?! Na ja, diese Meldungen tauchen ja immer wieder auf, mit denen China dem Druck der Markenhersteller nachgibt und ihnen oeffentlich signalisiert: Wir tun was ... aber keine Angst, meiner Meinung nach werden wir hier noch lange Gucci, Louis Vuitton und Lollex kaufen koennen.

26.Okt

Habe heute im Internet gelesen, dass es in Chongqing (mit 30 Millionen Einwohnern die größte Metropole Chinas) Unruhen gab, in dem sich spontan der Volkszorn gegen korrupte kommunistische Funktionäre entzündet hatte. Ausloeser war ein anfaenglich harmloser Streit auf dem Gemuesemarkt, bei dem ein Ladenbesitzer schliesslich behauptet hatte ein wohlhabender Beamter zu sein, dem niemand etwas anhaben könne... in kuerzester Zeit wurde aus ein paar Schaulustiger ploetzlich tausende Demonstranten die durch Strasse zogen! Korruption ist eines der groessten Probleme des Landes und daran aendert es auch nichts daran, dass auf schwerwiegende Verstoesse die Totesstrafe wartet. Selbst im reichen, wohl behüteten Shanghai wird einem als Auslaender schnell klar welche Nebenwirkungen der schnelle wirtschaftliche Aufschwung mit sich bringt und auf welchem gesellschaftlichem Pulverfass China derzeit sitzt. Als besonders kritisch bei der Kontrolle der Massen erweist sich die Kombination von Anzahl an Menschen die sich grundsaetzlich auf den Strassen aufhalten und der unglaublichen Neugierde jedes Einzelnen Chinesen ... das potentiert sich schnell ! Man muss sich hier nur mitten in die Nanjing Road stellen und erstaunt nach oben in den Himmel starren ... innerhalb kurzer Zeit wuerde sich die mich umringende Menschenmasse bedrohliche Ausmasse annehmen... waere einen Versuch wert ;-)
Die lokale Presse schweigt diesen "spontane Massenvorfall" in Chongqing natuerlich wiedermal tot - nur die auslaendische Presse schreibt davon. Die Frage ist nur ob sich die Bevoelkerung durch die gefilterte Berichterstattung wirklich auch laengerfristig kontrollieren laesst...

 

20.Okt
China bewegt sich, die Staedte werden moderner, die Menschen bleiben erstmal die gleichen. Ob westlich oder oestlich des Huangpu Rivers, ob Puxi oder Pudong, die Lebensumstaende werden besser - das Leben geht weiter. Viele Chinesen scheinen sich zudenken, es ist schoen etwas Neues zu haben, aber das Alte war ja auch nicht schlecht und hat lange funktioniert.



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