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21.August 2005

War gerade im alten Lyceum Theater um mir eine Vorfuehrung der Shaolin-Moenche anzusehen - wirklich beeindruckend wie man Kampfsport perfektionieren kann - unten seht Ihr ein paar Bilder die ich geschossen habe.

 


20.August

Dass man in einer Stadt, in welcher man seine Essensreste unbekuemmert vors Haus auf die Strasse wirft und die veraltete Kanalisation oft von Reis und Fett verstopft ist, gerne mal Ratten trifft, ist nicht wirklich verwunderlich. Dachte eigentlich, dass ich mich inzwischen etwas an den Anblickt dieser Mitbewohner gewoehnt habe ... zumindest jene, welche tot auf der Strasse liegen, insbesondere in der Naehe der Muehlhaueschen. Als aber heute Mittage ein besonders fettes, wenn auch flinkes Exemplar, in einem sonst relativ sauberen, vollbesetzten Restaurant miten ueber unseren Tisch gesprungen ist, hat mir erstmal den Appetit verdorben... Shanghai Experience...


19.August

Auch wenn man sich nicht intensiv mit den Chinesischen Philosophien und Verhaltensweisen beschaeftigt, wird man doch immer wieder mit Ihnen konfrontiert und im Laufe der Zeit eignet man sich auch die Eine oder Andere selbst an. Ich persoenlich bin von einer Strategie fasziniert, die auch in der Chinesischen Selbstverteidigung praktisch zu zubeobachten ist: Einer angreifenden Kraft wird ausgewichen und nicht eine Gegenkraft entgegengestellt. Somit laeuft diese in Leere, bzw es wird durch den Angegriffenen versucht die Bewegungrichtung moeglichst noch zu verstaerkt. Das bringt den Gegner aus dem Gleichgewicht und schlussendlich dadurch zu Fall.

 

Diese Strategie erkenne ich inzwischen auch immer deutlicher im Berufleben und versuche deshalb diese Situationen zu vermeiden, aber inzwischen auch fuer mich anzwenden bzw auszunutzen. Von Langnasen wird dieses Verhalten bei Chinesischen oft als Passivitaet und mangelnde Konflikbereitschaft verurteilt, die auch mich manchmal sehr stoert. Anderseits sollte man wirklich immer auf der Hut sein, ob man nicht bewusst ins Leere geleitet wird...


14.August

Ist wirklich nett, welche Kleinigkeiten das Lebens eines Deutschen Gastarbeiters so viel angenehmer machen koennen ... z.B. mein neuer Ipot, mit dem ich inzwischen morgens im Taxi die Deutschen Nachrichten hoeren kann, die ich vorher aus dem Internet geladen habe ... ja, ja, Ihr in Deutschland schaltet einfach das Autoradio ein und wisst sofort was Herr Stoiber so alles im Wahlkampf von sich gibt, aber dafuer muessen wir normlerweise das Internet bemuehen, denn auch die Deutschen Fernsehsender sind hier in Shanghai nicht zu empfangen. Dass ich gerne Deutsche Nachrichten hoere hat weniger mit sprachlichen Barrieren zu tun, sondern vielmehr mit gewisse Vorbehalte bzgl der Informationsaufbereitung von Englischsprachingen Sendern wie BBC und CNN.


7.August

Es ist draussen wieder ruhig geworden ... zumindest fand ich durch MATSA mal Zeit die neue Tibet-Flash-Diashow zu Testzwecken ins Netz stellen. War gestern trotzdem mal kurz vor dem Haus - bei IKEA, wobei mir da jetzt schon das zweite mal mein bereits gefuellter Einkaufwagen kurz vor der Kasse abhanden kam ?!? Dachte zuerst, irgend jemand hat Ihn ruecksichtslos in die Ecke geschoben (soll in China ja vorkommen...) als ich ihn mal zwei Minute aus den Augen gelassen hatte, aber auch nach laengerem Suchen tauchte der nicht wieder auf. Na ja, vielleicht wollte ja jemand nur die obligatorische Wochenend-Shoppingtour seiner Frau abkuerzen und hat so kurzerhand meine Auswahl uebernommen. Ich zumindest durfte die Tour nochmals gehen und hab' dabei dann ein bischen Geld gespart, weil einige Dinge nicht mehr in den neuen Einkaufswagen gewandert sind. Wie gesagt, ist nun schon das zweite mal dass mir das passiert !


6.August

Die starken Winde und der Regen steigern sich nun schon seit 24 Stunden und noch ist der Hoehepunkt nicht erreicht. Der Flughafen ist schon geschlossen. Zumindest scheint der Typhoon etwas sued-westlich von uns vorbeizuziehen ... waehrend ich mir denke, "na ja, wird's also eine gemuetliches Wochenende zuhause", sind anscheinend schon ueber 1 Mio Menschen an der Kueste evakuiert worden.


5.August

Wollte euch noch schnell ein Foto einer meiner selbst-gezuechteten Balkon-Sonnenblume zeigen, bevor in wenigen Stunden Typhoon MATSA ueber uns hinwegzieht...hat kurzfristig beschlossen seine Route zu aendern um uns zu besuchen. Na ja, ist ja nicht der erste den ich erlebe (siehe Eintrag vom 24.Juli 2003), aber es scheint fuer Shanghai der staerkste seit 8 Jahren zu werden. Gefaehrlich sind in diesen Faellen all die

 

rumfliegenden Truemmer, welche sich ja gerne von den zusammengeflickten Huetten und Provisorien losreissen. Will sicher auch nicht der Waschmaschine die auf dem Dach gegenueber steht in die Quere kommen...


1.August

Meine lieben MitleserInnen.... solltet Ihr den Eindruck haben, "...dem Harald faellt hier im Tagebuch auch nix mehr ein", so muss ich Euch zu bedenken geben, dass auf diesen Seiten nateurlich in den letzten 42 Monaten schon sehr viele Themen aus dem Alltag eines Deutschen Gastarbeiters in Shanghai behandelt wurden und ich nicht Alles doppelt und dreifach beschreiben will. Koennte eigentlich jeden Tag Fotos von ueberladenen Fahrraedern, U-Bahnen, etc machen und hier reinstellen , aber das hatten wir ja schon... Ein sicherlich reizvolles und sehr ergiebiges Thema, das hier manch' einer vermissen wird, sind meine Erlebnisse im Umgang mit Chinesischen Kollegen und Geschaeftspartnern. Es wuerde

 

mir ja wirklich nicht an eigenartigen, aber auch erheiternden Geschichten mangeln ... aber, ich spare das hier bewusst aus - in Ruecksichtnahme auf meinen Arbeitgeber und der Sicherung meines Arbeitplatzes in Shanghai ;-) Trotzdem habe ich heute beschlossen meine Erfahrungen zu diesem Thema mal zu sammeln und zu gegeben Zeitpunkt zu veroeffentlichen. Falls Ihr konkrete Fragen zum Umgang mit Chinesen im Berufleben und deren Eigenarten habt, kann ich Euch gerne mal per Email ein paar Tipps geben...


25.Juli

Hab' mit zwei Kollegen ein nettes privates Wochenende in Hongkong verbracht... ja ja, bei anderen Firmen wird sowas als Teambuilding gesponsert, aber wir zahlen das ja aus eigener Tasche... und die war danach wirklich erschreckend leer! Am Flughafen in Shanghai mussten wir aber erstmal feststellen, dass sich die Chinesen schon wieder einen neues, zusaetzliches Formular ausgedacht haben: Neben dem Departure- / Entry- und Medical Form, gilt es jetzt bei Ein- und Ausreise einen Zettel fuer die Zolldeklarartion auszufuellen ... kann ja

 

sein, dass sowas vorher schon theoretisch existierte, aber niemand hat sich darum gekuemmert. Nun ist es offiziell obligatorisch und so wird man aufgefordert neben dem ueblichen Dingen wie Ausfuhr von Waffen, Drogen und groesseren Geldmengen nun auch alle Waren ueber 5000 RMB (500€) anzugeben... explizit genannt sind dabei auch Kameras und Laptops die inzwischen zur ueblichen Reiseausstattung fuer Geschaeftsreisende gehoeren und fuer die man als gestresster Businessman, der sowieso immer in letzter Minute eincheckt, ungern wertvolle Zeit am Zoll fuer den notwendigen Stempel opfern will... das boese Erwachen koennte dann aber vieleicht bei der Wiedereinreise nach China kommen, wenn man brav die Einreisedeklarationkarte abgibt, nateurlich ohne den Laptop zu erwaehnen und freundlich aufgefordert wird die huebsche IBM-Taschen zu oeffnen ... dann sind fuer alle nicht bei der Ausreise angegeben Geraete ueber 5000RMB ploetzlich Zoll zu zahlen. Bin mir nicht sicher ob diese Kontrollen nun tatsaechlich intensiviert werden, bzw. wie lange die Chinesen diesen neuen Buerokratismus durchhalten werden, doch zumindest war das Computer-Shopping in Hongkong ploetzlich nicht mehr so attraktiv, oder zumindest mit einem unguten Gefuehl behaftet...



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