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29.Dez 2005

Ist wirklich ganz schoen oede, wenn man als einzige Langnase ueber Weihnachten die Stellung im Buero halten muss. Anderseits bekommt man keine geschaeftlichen Emails aus Europa und kann endich mal einige Dinge in Ruhe abarbeiten. Morgend abend gehts aber dann fuer mich fuer ein Woche nach Deutschland, das heisst, wenn die Chinesen mich nach dem Vorfall vom letzten Wochenende Ausreisen, bzw dann wieder Einreisen lassen...

 

Silvester werde ich in Shanghai wahrscheinlich nicht viel verpassen, weil die Chinesen nach meinen Erfahrungen der letzten Jahre nicht mal ein richtiges Feuerwerk veranstalten... sparen sich das Schwarzpulver fuer Chinese New Year auf (Dieses Jahr Ende Januar). Anderseits sehe ich seit Tage, dass sie bei mir vorm Haus, also am See neben Xintiandi, eine

 

riesen Buehne aufbauen. Denke das wird eine groessere Show werden, aber sicherlich nur fuer VIPs...
Ich wuensche Euch auf alle Faelle schon mal einen guten Rutsch ins Jahr 2006 ! War ein komisches Gefuehl den entsprechende Balken zur Datumswahl des Tagebuches oben einzufuegen... das 5.Jahr! 2006 wird fuer mich sicherlich sehr interessant werden, mit vielen Veraenderungen, speziell weil ich ja gerade auf Jobsuche bin und die Entscheidung noch aussteht, ob ich nach Deutschland zureuckgehe, oder noch etwas in China bzw Asien verweile ... let's see.


25.Dez

Heute: Aerger mit dem Militaer, bzw. Tagebucheintrag ohne Fotos.
Selbst nach 4 Jahren in China erlebt man noch merkwuerdige und aufregende Geschichten: Bin uebers Wochenende mit dem Zug nach Nanjing gefahren, u.a. um die Stadt etwas zu erkunden. Deshalb schlenderte ich heute morgen durch die Strassen, relativ ziellos, so wie ich es auch in Shanghai oft mache um etwas vom Leben und auch der Architektur Nanjings zu sehen. Als ich dann an einem grossen Tor mit offenen Gittertuer vorbei kam, hat mich sofort die Neugierde fuer die dahinterliegenden, alten Haeuser gepackt. Wie gesagt, das Tor stand weit offen und drinnen aergerte ich mich gleich, nicht meine Kameraausruestung mitgenommen zu haben, denn man konnte sehr fotogen einige alten Leute beim morgendlichen Sport zusehen. Etwas dahinter entdeckte ich ein grosses Gebaeude, welches ich zuerst als umgebauten Tempel zu indentifizieren glaubte, aber vorne stand dann 'Office Building'. Na ja, aber nachdem es so schoen vom Baeumen umgeben war, habe ich doch schnell ein Foto fuer dieses Tagebuch mit meinem Handy davon gemacht. Bin dann weitergelaufen, aber die Strasse stellte sich schnell als Sackgasse heraus. Als ich dann umdrehte, kam ein uniformierter Herr auf mich zu und versuchte mir etwas auf Chinesisch zu erklaeren. Hatte das schnell so interpretiert, dass er mir den Ausgang zeigen wollte. Als wir dann ueber einen grossen Platz, auf ein von Soldaten bewachtes Tor zugingen, wurde mir so langsam klar, dass ich mich auf dem Gelaende einer Kaserne befand.... irgendwie scheinte ich durch die Hintertuer reingekommen zu sein. 3 anderen herbeigeeilte Herren in Uniform ueberzeugten mich dann davon, dass fuer mich jetzt noch nicht die Zeit gekommen war das Gelaende zu verlassen. Nach einigem Warten in der kalten Amtsstube kam dann ein junger Soldat, der etwas Englisch konnte und mich nach etwas smaltalk schon mal schonend darauf vorbeiten wollte, dass sie den Vorfall jetzt genau klaeren muessten und ich besser mal nicht davon ausgehen sollte, heute in meinen Zug zureuck nach Shanghai zu sitzen... schluck!!! Sicherlich kam erschwerend hinzu, dass ich ein Foto gemacht hatte. Es gab dann einige Verstaendigungs- und Klaerungsversuche, wobei ich zwischendurch nateurlich auch mal die Deutsche Botschaft erwaehnt hatte, falls sich dieses ungeplante Treffen noch laenger hinziehen wuerde. Weitere 20 Minuten vergingen bis schliesslich ein freundlicher Herr in Zivil kam, der sich offiziell als Polizist auswies und mich in gutem Englisch ueber den Hergang befragte. Als ich schliesslich meine Daten, wie auch ein Kopie meines Reisepasses uebergab, wuerde ich nach 1 1/2 Stunden wieder auf freien Fuss gesetzt.... Bin ja gespannt, ob der Fall noch ein Nachspiel hat. Als ich auf dem Rueckweg nochmals am Tor vorbeigefahren bin, konnte ich auch diesmal keinen Hinweis finden, dass es sich hier um verbotenes Gebiet handelt. Na ja, China ist immer fuer eine Ueberaschung gut... auf manche kann ich verzichten.


23.Dez

Frohe Weihnachten aus Shanghai ! Auch wenn bei mir dieses Jahr wiedermal so gar keine Weihnachtsstimmung aufkommen will und wir in China nun keine Feiertage oder Urlaub haben, wuensche ich Euch Allen ein schoenes Fest !


22.Dez

Bin gerade auf eine interessante Pressemeldung gestoßen: Demnach hat die Zhejiang Administration for Industry and Commerce nach einem neuen, 2002 verabschiedeten Chinesischen Industriestandard, eine Reihe von Digitalkameras , meist Japanischer Herkunft geprueft. Dabei sind u.a. 6 von 9 Kameras der Marke SONY durchgefallen, weil sie nicht dem Chinesischen Qualitätsstandard entsprechen würden.. diese dürfen ab sofort nicht mehr verkauft werden!!! Es handelt sich dabei um aktuelle Modelle, wie sie auch in Deutschland derzeit auf dem weihnachtlichen Gabentisch liegen werden. Das klingt für mich nach einer sehr überheblichen Aktion und quasi Kriegserklärung an Japan...


17.Dez

Habe mich nun doch mal dazu hinreissen lassen, eine Verhandlungsgrundlage fuer Plagiate auf dem Xiangyang Gift and Fashion Market ins Netz zu stellen, sprich' eine Preisliste fuer den Fakemarkt. Natuerlich ohne Gewaehr und nur zu Studienzwecke, um die Schaedigung der Wirtschaft durch diesen verwerflichen Handel abschaetzen zu koennen...


16.Dez

Dass es um die elektrische Sicherheit in China manchmal nicht zum Besten steht ist ja bekannt. Trotzdem bin ich immer wieder ueber den Einfallsreichtum der Chinesen erstaunt .... und schockiert! Das nebenstehende Foto, welche das Kabel einer Bohrmaschine und dessen Fixierung mit einem Hölzchen in der Steckdose zeigt, konnte ich heute bei uns in der Firma machen und beantwortet die häufig gestellte Frage, welche Steckerart man in China benutzt ... gar keine! Das ist wirklich mal ein Kosteneinsparungspotential für alle Elektrogerätehersteller Warum zig verschiedene Laendervarianten ausliefern, wenn doch in China schon

 

die Lösung zur Homogenisierung gefunden wurde. Ist auch das erste Anzeichen der Rationalisierung und Einsparung von Arbeitsplätzen, denn normalerweise steht da einer direkt an der Dose und hält das Kabel rein, während der Kollege zwischenzeitlich auf der Leiter ein Loch bohrt ... na ja, vielleicht war ja eine Stunde vor dem Foto noch dort gestanden, hatte aber feuchte Hände bekommen...


11.Dez

Habe ich eigentlich schon mal was über die Chinesische Frauenmode geschrieben? Was ich da so täglich auf der Strasse und im Büro zu sehen bekomme, erinnert mich immer an diese Kinderbücher, bei denen man durch Umklappen der Seiten den Figuren verschiedenartigste Kleidungsstückeanziehen kann - und das unabhängig davon, ob sie farblich, wie stilistisch zusammenpassen. Da ergeben sich furchtbare interessante Kombinationen. Speziell die Affinität der Chinesinnen zu Rüschen, Spitzen und buntem Strass finde ich persönlich, aeh, also, hm... oder ist das derzeit in Europa auch IN oder werde ich alt ? Zumindest scheinen diese Hexenstiefel mit den extrem langen Spitzen wieder aus der Mode zu kommen, aber dafür sind Netzstruempfe wieder auf dem Vormarsch ... ok, ich bleibe bei meinem Business und überlasse Anderen die Bewertung der Shanghaier Modeszene.


10.Dez

Shanghais Verwaltung ist ja immer wieder für irgendwelche konzentrierten Aktionen gut, die sich in kürzester Zeit über die ganze Stadt verbreiten. Irgendwer scheint sich an den vielen individuell gestalteten Werbeschildern der kleinen

 

Geschäfte gestört zu haben, denn derzeit ist eine optische Fasaden-Vereinheitlichung zu beobachten. Da ziehen nun Arbeitstrupps durch die Gassen und schweißen unermüdlich, Tag und Nacht, Meter für Meter Gestelle für die einheitliche Blechtafelfassaden zusammen. Also mir gefällt das natürlich gar nicht, denn es nimmt den Charme der verschiedenartigsten Schilder die für mich zum Strassenbild gehören. Hatte leider keine Zeit mehr für ein paar

 

Vorher-/Nacher-Fotos, aber dafür habe ich mal ein Bild aus meinem Archiv zum Vergleich reingestellt. Das einzig Gute daran ist, dass diese Konstruktion so manchem Gebäude wieder etwas Stabilität gibt... Was mich auch amüsiert ist, dass im Arbeitsauftrag der städtischen Handwerker anscheinend nicht steht, die weisse Schutzfolie mit dem Logo und Gebrauchsanleitung der Herstellerfirma von den Fassadenblechen abzuziehen und die Ladenbesitzer dies auch nicht als Ihre Aufgabe ansehen... ist ja nicht mein Fassadenblech und ich will keinen Ärger haben, wenn ich die Folie der Stadt anfasse. So wird die Folie sicher die nächsten Jahre dort bleiben bis sie von selbst abfällt - typisch Chinesisch !


3.Dez

Die Betreiber der Maglev, also des Transrapids in Shanghai, haben es doch endlich geschafft, die Betriebszeiten von bisher 8:30 bis 17:30 auf 7:00 bis 21:00 Uhr zu erweitern! Habe mich ja schon öfters über die praxisfremde Umsetzung des Projektes beklagt, obwohl ich natürlich von der Technik absolut begeistert bin. Jetzt ist es endlich für Europäer möglich, dieses Wunderwerk der Technik für all die Abendfluege zu benutzen, die üblicherweise erst nach 21Uhr Shanghai verlassen ... die Umständlichkeit bzgl Koffertransport und weite Wege bleibt aber weiterhin bestehen.


27.Nov

Die grossen Kanaele, welche die flache Ebene zwischen Shanghai und Hangzhou durchziehen, faszinieren mich immer wieder. Der bekannteste Teil ist natuerlich der Kaiserkanal der sich seit 1400 Jahren auf 1800km nach Beijing verlaeuft, wobei derzeit nur noch etwa die Haelfte aktiv ist. Anderseits werden die Wasserwege immer noch sehr intensiv genutzt, sind sie doch die guenstige Transportmoeglichkeit, speziell um schwere Last, wie z.B. Kohle fuer die Kraftwerke zu transportieren. Als ich am Wochenende Richtung Huzhou am Tai Hu See unterwegs war, konnte ich zu meinem erstaunen sehen, wie ein neuer Kanal ausgehoben wurde. Dachte zuerst,

 

dass es vielleicht Teil des neuen Grossprojektes ist, welches Wasser vom Sueden in den wasserarmen Norden Chinas bringen soll. Einheimische haben mir dann den Hintergrund fuer diese neue Wasserstrasse erklaert: Fuer all die vielen Baustellen benoetigt Shanghai noch mehr Steine, die es im Schwemmland um die Stadt nicht gibt und die somit aus den Bergen (Mogan ?) herangeschafft werden muessen. In flachen, sumpfigen Land, mit hohem Grundwasser und endlosen Reisfeldern ist der Bau eines Kanals guenstiger als der einer Strasse. Anderseits kann ich der Landschaft persoenlich wenig abringen ...mir fehlen in dieser Weite einfach Berge, Huegel oder zumindest ein paar Waelder.


25.Nov

Habe neulich einen Artikel ueber eine Neuseelaenderin gelesen, die zwar seit vielen Jahren in Deutschland lebt und doch fuer die volle gesellschaftliche Integration die Erinnerung an ein Deutsche Kindheit gefehlt hat. Aus diesem Grund begann sie Daten zu sammelt, welche eine typisch Deutsche Kindheit ausmachen. Waere interessant das Gleiche mal fuer China zu machen, denn gerade dort fehlt es mir mit Chinesen immer an Anknuepfungspunkten. Räuber Hotzenplotz, Pril Blumen und Dolomiti Eis kennt man hier nicht und auch Lego-Bausteine sind erst der juengsten Generation ein Begriff. Bisher will es mir noch nicht gelingen, die Chinesischen Gegenstuecke zu finden. Die meisten Geschichten drehen sich dann um das Spiel auf der Strasse und der Zeit in der Schule. Anderseit wird einem damit bewusst, dass man als Deutscher, nach Kindheitserinnerungen gefragt, gerne mit der Aufzaehlung von Fernsehserien und Konsumguetern aus jeder Zeit beginnt …



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